‘Ode to Ghana’ Review by JUICE Magazin

Wenn es um afrikanische Musik geht, muss man ausHipHop-Sicht eigentlich nur kurz an der Oberfläche kratzen, um sich sofort jahrelang mit populären Feldern wie dem von Fela Kuti in Nigeria geprägten Afrobeat und äthiopischen Jazzern wie Mulatu Astatke befassen zu können. In deren Schatten stehen aber Länder, deren reichhaltige und von spannenden Fusionen geprägte Musikszenen erst vergleichsweise spät dokumentiert werden. Wie eben Ghana. 

Das von Robot Orchestra und Shuffle Jack gegründete und damit in Deutschland beheimatete Netzlabel Hobo Truffles lässt nun eine Armada von mehr oder weniger unbekannten internationalen Produzenten auf ghanaisches Rohmaterial aus Jazz, Highlife und Afrobeat los, das man partiell von Soundway-Compliations kennen könnte – was die aber daraus machen, ist irgendwie viel mehr als die Summe seiner 20 Teile. Da finden sich relativ simples Beat-Konducta-Loopdigging und übliche Schlurfdrums ebenso wie elaborierter Schwurbel-Jazz, modern interpretierter Afro-Funk und zwei, drei ernsthafte Banger, die förmlich nach dem nächsten Beatfight rufen (#Afrobeatfight). Und weil das alles auch noch kostenlos ist, kann man sich zwischen Ben Bada Boom, Peet, Kommerzklaus, Nomad und Freunden ganz hervorragend selbst aussuchen, wie man’s gern hätte. 

Ein neugierig machender Einstieg in eine vielleicht noch etwas mysteriöse Musikwelt ist das obendrein – und für diesen Winter locker die interessanteste Instrumental-Compliation in einer Sahara voller Beat-Tapes.

(JUICE Magazin N°157 / Ralf Theil)

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